Fast 70 Jahre nach der Entwicklung des ersten Lattenrostes schreibt Lattoflex die Idee von damals weiter: Mit Lattoflex One hat das Bremervörder Familienunternehmen erstmals die Federung direkt in die Matratze integriert. Zum Tag des Handwerks am 19. September blickt Lattoflex damit nicht nur auf seine Wurzeln als Tischlerei zurück, sondern zeigt zugleich, wie ein handwerklicher Gedanke über drei Generationen weiterentwickelt wurde.
Bremervörde, 1935. Holzspäne liegen auf dem Boden, auf der Werkbank warten die nächsten Stücke auf ihre Bearbeitung. Inmitten von Werkzeug, Holz und unfertigen Möbeln arbeitet Tischlermeister Karl Thomas an den Aufträgen seines jungen Betriebs. Es ist eine kleine Werkstatt, wie es damals viele gibt. Und doch nimmt hier eine Geschichte ihren Anfang, die gut zwei Jahrzehnte später weit über Bremervörde hinausreichen wird.
Eine Idee aus der Werkstatt
Warum liegt der Mensch eigentlich auf einer weitgehend starren Unterlage, obwohl sein Körper alles andere als gerade ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich in den 1950er-Jahren die nächste Generation der Familie Thomas.
Die Überlegung dahinter ist ebenso einfach wie grundlegend: Schulter, Taille und Becken stellen beim Liegen unterschiedliche Anforderungen an ihre Unterlage. Sie muss den Körper nicht nur tragen, sondern dort nachgeben, wo Raum gebraucht wird, und unterstützen, wo Halt gefragt ist.
1957 wird aus dieser Überlegung eine handwerkliche Lösung. Wilfried Thomas, Sohn des Firmengründers Karl Thomas, entwickelt gemeinsam mit dem Schweizer Erfinder Hugo Degen den ersten Lattenrost aus federnden Holzleisten. An die Stelle einer starren Unterlage tritt eine Konstruktion, die sich dem Körper flexibler anpassen kann. Was damals ein neuer Ansatz ist, gehört heute ganz selbstverständlich zum Bett.
Vom Werkstoff Holz zur modernen Schlaftechnologie
Seitdem hat sich viel verändert. Aus der kleinen Tischlerei ist ein Unternehmen geworden, das sich seit Jahrzehnten mit ergonomischem Liegen und den Anforderungen des menschlichen Körpers während des Schlafs beschäftigt. Materialien und Fertigungsverfahren haben sich weiterentwickelt, ebenso das Wissen über Ergonomie und Rückengesundheit. Die Frage dahinter ist geblieben: Wie lässt sich eine Schlafunterlage noch besser an den Menschen anpassen?
Eine alte Idee neu gedacht
Die jüngste Antwort darauf kommt erneut aus Bremervörde: Lattoflex One. Fast sieben Jahrzehnte nach der Entwicklung des ersten Lattenrostes wird der damalige Grundgedanke dabei neu interpretiert.
Bei Lattoflex One wird die Federung direkt in die Matratze integriert. Matratze und Federung werden damit zu einer aufeinander abgestimmten Einheit, die sich flexibel an unterschiedliche Körperkonturen und Belastungen anpassen kann.
„Mit Lattoflex One führen wir einen Gedanken weiter, der unser Unternehmen seit 1957 begleitet: Die Schlafunterlage soll sich dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt“, sagt Boris Thomas, Geschäftsführer von Lattoflex in dritter Generation.
Handwerk braucht Menschen
Hinter solchen Entwicklungen stehen Menschen mit Erfahrung, Fachwissen und einem Gespür für Materialien und Konstruktionen. Sie probieren aus, entwickeln weiter und suchen nach Lösungen, bis aus einer Idee ein Produkt entsteht, das den Anforderungen im Alltag gerecht wird.
Zum Handwerk gehört für Lattoflex auch das Miteinander vor Ort. Seit vielen Jahren arbeitet das Unternehmen mit der Lebenshilfe Bremervörde/Zeven zusammen. Beschäftigte der Lebenshilfe sind fest in verschiedene Produktionsabläufe eingebunden und wirken damit unmittelbar an der Fertigung am Standort mit.
Heute wird Lattoflex in dritter Generation geführt. Aus der kleinen Tischlerei von 1935 ist ein international tätiges Familienunternehmen geworden. Die Verbindung zu den eigenen Wurzeln ist dennoch geblieben: durch den Standort Bremervörde und durch die Menschen, die hier arbeiten.
Weiterdenken heißt, Zukunft zu gestalten
Der Tag des Handwerks am 19. September macht sichtbar, wie vielfältig Handwerk heute ist. Denn Handwerk findet längst nicht nur dort statt, wo gehobelt, geschraubt oder montiert wird. Es zeigt sich ebenso dort, wo Erfahrung auf neue Ideen trifft, Wissen weitergegeben wird und aus Bewährtem Neues entsteht.
Bei Lattoflex führt dieser Gedanke zurück zu jener kleinen Werkstatt in Bremervörde, in der 1935 alles begann. Die Werkzeuge sind heute andere, die Materialien moderner und die Möglichkeiten größer geworden. Doch der Anspruch ist geblieben: aus Erfahrung Neues zu entwickeln und dabei immer einen Schritt weiterzudenken.
„Gutes Handwerk lebt von Erfahrung, Können und dem Mut, sich weiterzuentwickeln. Für uns steht dabei immer der Mensch im Mittelpunkt. Wir schauen genau hin, was er braucht, und entwickeln daraus Lösungen, die ihm wirklich weiterhelfen. Diese Haltung verbindet die kleine Tischlerei meines Großvaters mit Lattoflex heute“, sagt Boris Thomas.

